Städtisches Elsa-Brändström-Gymnasium München

Ethik 14/15

Ein Rekordjahr am ELSA – Das Fach Ethik im Schuljahr 2014/15

 

Diesmal purzelten die Rekorde: Erstmals in der Geschichte des ELSA erreichte der Anteil der Ethik-SchülerInnen in den fünften Klassen die Marke von 50 Prozent; bisher war der Ethik-Teil deutlich geringer. Die Kehrseite dieser Entwicklung sind teils sehr große Unterrichtsgruppen, und das in einem Fach, das wesentlich von Interaktion z. B. in Diskussionen oder Rollenspielen lebt.

 

Und in der Abschlussklasse wählte diesmal über die Hälfte der Ethik-SchülerInnen das Fach Ethik als Prüfungsfach. Dabei entschieden sich die Schülerinnen im schriftlichen Abitur zufällig alle für die gleiche anspruchsvolle Aufgabenstellung, die eine Verbindung bot zwischen der Würde des Menschen nach Immanuel Kant, Straftheorien, Prinzipien der Gerechtigkeit nach Aristoteles, Vorschlägen zu einer globalen Friedensordnung sowie antiken Glückstheorien und modernen Kommunikationsmodellen.

 

In den 5. Klassen bildete die Beschäftigung mit „Wahrnehmung und Wirklichkeit” einen Schwerpunkt. Ausgehend von praktischen Übungen zur Wahrnehmung von Gewichten und von Beobachtungen im Schulhaus und im angrenzenden Park schulten die Kinder ihre Wahrnehmungsmöglichkeiten und reflektierten über deren Verhältnis zur Realität. Lektüreprojekte wie „Level 4 – die Stadt der Kinder” vertieften das Thema „Bedürfnisse und Regeln”.

 

Die 6. Klassen beschäftigten sich mit Mut und Übermut sowie mit Toleranz und ihren Grenzen anhand der Jugendromane „Das Austauschkind” von Chr. Nöstlinger und „Die Vorstadtkrokodile” von M. von der Grün. Unter Einsatz von „Lernen durch Lehren” näherten sich die Schülerinnen und Schüler verschiedenen Aspekten des Christentums und des Judentums.

 

Besondere Ideen zum glücklichen Zusammenleben mündeten in den 7. Klassen in der Präsentation eigener Utopien. In den einfallsreich entworfenen Glücksorten – von technikfreundlich bis zu -abgewandt – wurde stets die Gleichbehandlung aller Menschen angestrebt; so gab es z. B. Gehaltsunterschiede in keiner Utopie.

 

Die 8. Klassen übten sich intensiv im „Ethischen Argumentieren”. Ergänzend lasen sie „Paranoid Park” von Blake Nelson. Dieser Briefroman spielt im Skatermilieu und greift das Thema „Schuld” auf.

 

Mit der Frage, was man eigentlich unter „Arbeit” verstehen kann, befassten sich die 9. Klassen. Die Lektüre mit Verfilmung von „Das also ist mein Leben” von St. Chbosky beleuchtete in ernsthaft-humorvoller Art Probleme des Heranwachsens bis hin zur Entwicklung einer sexuellen Identität und des Umgangs mit sexuellem Missbrauch.

 

In den 10. Klassen kam es gemeinsam mit den Religionsgruppen auch dieses Jahr wieder zu einem Projekt „Psychische Erkrankungen” in Zusammenarbeit mit der Bayer. Anti-Stigma-Aktion BASTA. Hier bot sich für unsere Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, im Gespräch mit Betroffenen und Betreuern kompetente und lebendige Einblicke in die Thematik zu erhalten.

 

Den Abschluss unseres Schuljahres bildete traditionell eine fächerübergreifende Fortbildungsveranstaltung zusammen mit den Religions- und Kunstlehrkräften, diesmal zu philosophischen Überlegungen im Bereich der Ästhetik. Die Philosophin Dr. Anke Bitter (Marburg) informierte uns unter dem Motto „Schöne Kunst?” über traditionelle und aktuelle Positionen etwa zu der philosophisch-ethischen Frage: Muss Kunst schön sein? Damit bot Anke Bitter uns interessanten Stoff für anregende Unterrichtsgespräche.

 

Neue Ethik-Rekorde hält das kommende Schuljahr nicht bereit: Der Anteil der Ethik-Kinder unter unseren nächstjährigen Fünftklasslern wird knapp 30 Prozent betragen und erreicht damit etwa den bundesweiten Durchschnitt. Weil aber die Zahl der Anmeldungen stark gestiegen ist, bleiben wir herausgefordert durch große Unterrichtsgruppen.

 

Werner Fuß (Fachbetreuung Ethik)